TRE®: Trauma Release Exercises 

Frau matt Halte

Beim TRE wird durch leichte Vorübungen ein heilender Zitterprozess in Gang gesetzt, der die Spannungen im Körper löst und die Selbstregulation fördert.

 

TRE (Tension & Trauma Releasing Exercises) ist eine körperliche Selbstentlastungsmethode, bei der Körperblockaden, die durch traumatische Erfahrungen entstanden sind, aus Körper und Nervensystem gelöst werden. Es handelt sich um eine einfache Übungsreihe, die jeder nach den ersten beiden Einführungen alleine durchführen kann. Die TRE-Übungen befreien den Körper durch Zittern/Schütteln von seinen alten Anspannungen.

Die Wirkung ist äußerst tiefgehend und bewirkt eine dauerhafte Stressreduktion im zentralen Nervensystem.

Trauma betrifft immer zuerst den physischen Körper, egal ob es sich um ein seelisches Trauma in der Kindheit oder ein Schocktrauma im Erwachsenenalter handelt. Ein Trauma kann entstehen durch Unfälle, Operationen, lebensgefährliche Erlebnisse,Zeugenschaft traumatischer Erfahrungen aber auch durch vermeintlich „leichte“ Verletzungen auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. Ein einzelnes verletzendes Wort kann ebenfalls ein Trauma auslösen. 

Ein Trauma ist jede Situation von überwältigender Qualität, etwas was dich schockiert, dich verängstigt oder durcheinander bringt und dabei deine eigenen Emotionen unterdrückt oder nicht anerkannt werden. Wenn dieser Zustand anhält, obwohl das Ereignis schon vorüber ist, ist ein Trauma entstanden.

Die traumatische Spannung geht ganz tief ins System rein und lässt nicht so schnell wieder los. Es gibt eine unwillkürliche, automatische, genetisch vorgegebene Reaktion sich zu schützen. Eine Kontraktion des ganzen Körpers. Diese Reaktion steht im Sinne des Überlebens. Die Frage ist nur:“ Wie lange wird sie aufrecht erhalten?“

 

Nichtverarbeitete Traumaspannung wird hauptsächlich im sogenannten Psoas-Muskel gehalten. Der Muskel kann sich im Falle einer zu starken Anspannung nur durch Zittern befreien. Und genau dort setzt die Übungsreihe an.

Die Übungen verhelfen dem Körper sich selbst zu regulieren. dies geschieht durch Zittern, welches bei Kindern und im Tierreich beobachtet werden kann. Tiere befreien sich von traumatischen Erfahrungen durch Körperzittern, Neurogenes Zittern genannt, welches vom autonomen Nervensystem gesteuert wird. TRE® ist eine Methode dieses Zittern im ganzen Körper wieder zu aktivieren. Da es genetisch in uns angelegt ist, funktioniert TRE® bei jedem Menschen, in unterschiedlichen Intensitäten, ohne Ausnahme.

 

Danach erlebt man in der Regel eine tiefe Entspannung und manchmal auch eine große Heiterkeit. Es ist zu spüren, dass etwas sehr tief im Innern zur Ruhe gekommen ist, ohne dass man es benennen kann. 

Man muss nicht traumatisiert sein um davon zu profitieren, jeder kann es machen, da dieses Zittern ein natürlicher, im Körper eingebauter Mechanismus ist.

 

TRE® wurde von Dr. David Berceli entwickelt, der viele Jahre als Körpertherapeut mit großen Menschenmengen von Schwersttraumatisierten in Kriegs- und Krisengebieten gearbeitet hat.

TRE® kann in Gruppen und Einzelsitzungen durchgeführt werden. 

Es zielt nicht auf Traumainhalte: Es ist eine sanfte und sichere Methode, dem Körper zurück in die Entspannung zu verhelfen.

Wir lassen nur Bewegungen und Emotionen zu, die derjenige verarbeiten und stoppen kann, damit sich das Trauma langsam aus dem Körper lösen kann. Emotionale Spannungen kommen erst hoch wenn körperliche Spannungen reguliert sind und der Körper somit die Toleranz hat damit umzugehen.

Ein Trauma ist die am Meisten vermiedene, ignorierte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens. Peter A. Levine

Selbstregulation

Faszien

Neurogenes Zittern

Der Psoas

Trauma findet seinen Eingang im Hirnstamm

Daueraktivierung

Neurozeption nach Porges

Selbstregulation

ist die Fähigkeit die eigenen Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen und Bilder unabhängig von äußerer Begleitung durch eine andere Person zu spüren und zu regulieren.

 

Trauma findet seinen Eingang in den Hirnstamm.

„Das Trauma führt zu einer Aktivierung im Hirnstamm, nicht im Cortex. Deshalb brauchen wir einen Behandlungsansatz der sowohl die primitiven Teile des Gehirns anspricht, als auch die kognitiven Teile.

Der Hirnstamm ist Teil des autonomen Nervensystems. Er arbeitet unabhängig vom Kortex und unterliegt nicht unserer bewussten Kontrolle.

 

Der Psoas

Bei den Vorübungen werden die Muskeln aktiviert und gedehnt die den Körper während eines traumatischen Erlebnisses in die fötale Schutzposition bringen. Diese Muskeln werden bei uns bei jedem traumatischen Ereignis aktiviert, auch wenn die fötale Position nicht eingenommen wird.

Der Muskel, der hauptsächlich für diese Bewegung verantwortlich ist, ist der Psoas.

 

Faszien

Faszien sind wie ein großes Spinnennetz das sich durch den gesamten Körper zieht. Durch sie ist im Körper alles mit allem verbunden. Faszien bestehen aus mehreren Schichten und ziehen sich über den ganzen Körper. Sie sind ein verbindendes Gewebe welches Muskeln umschließt und Blutgefäße. Muskelgruppen und Nerven in ähnlicher Weise zusammenhält wie eine Plastikfolie, die ein Sandwich umschließt.

 

Neurogenes Zittern

Das Zittern ist Teil der Hirnstammaktivität und als Reflex im prozeduralen Gedächtnis verankert.

Einfrieren und Immobilität, als mögliche Reaktionen auf eine Stressituation, sind im prozeduralen Gedächtnis gespeichert. Die Auflösung dieser Reaktionen wird durch das Zittern bewirkt. Es erfolgt sozusagen eine „Entladung“ nach Stress oder traumatischen Erfahrungen womit die Aktion biologisch vervollständigt wird.

 

Daueraktivierung

Die überschießende Energie, die biochemisch während des traumatischen Ereignisses entstanden ist, lädt den Körper kontinuierlich immer wieder auf, sie erzeugt also einen chemisch induzierten Erregungszustand.

So geht der Körper dazu über, Bestandteile des Traumas zu wiederholen - als ein Versuch die ursprüngliche Reaktion über die Entladung der chemischen Stoffe zu vervollständigen.

Es kann eine endlose und nicht zu stoppende neurobiologische Rückkoppelungsschleife entstehen, die die Person in einer Art psycho-physischer Gefangenschaft hält.

Solange das Gehirn nicht das Signal vom peripheren Nervensystem erhält, dass die Gefahr vorbei ist, wird der Körper weiter das bioneuronale Muster von Schutz und Verteidigung aufrechterhalten und wiederholen.

Durch TRE kann der Körper aus dieser Endlosschleife gebracht werden.

(Berceli, 2006)

Neurozeption nach Porges

Das Nervensystem schätzt ununterbrochen, ohne Mitwirkung des Bewusstseins Gefahren ein und versucht dann, ein Neuronales System zu aktivieren, das dem Kontext und der wahrgenommenen Gefahr entspricht.

 

TRE EINFÜHRUNGSKURS

Gruppenleiter: Jörg Wenzl

Telegram Link: https://t.me/TRE_Franken

E-Mail Adresse: joewe@live.de

Termine: nach Absprache